Mal was neues ausprobieren - Teil 1: Schwarzpulver und Papageien

Eine Reise in die Vergangenheit

Manchmal muss man auch mal, mit etwas Altem, was Neues wagen. Vorderladerdisziplinen gehören zum Schießsport dazu, wie jede andere Disziplin auch. Die Besonderheit hier: Die Waffen sind frei erhältlich, für das Schwarzpulver braucht man einen speziellen Lehrgang. Zwei junge Schützen stellten sich der Herausforderung und wurden von Helmuth Reiting eingeladen, mit drei verschiedenen Schwarzpulverpistolen ein paar Löcher in die Zielscheiben zu stanzen.

von Links: Tobias Vaupel, mit einer Steinschlosspistole, Helmut Reiting

Robin Sirsch und Tobias Vaupel, die aktuellen Teamführer der beiden Sportpistolenmannschaften des SSV Baunatal, konnten an einem ruhigen Samstagnachmittag mal zeigen, was sie so alles können. Zuerst wurden mit dem am schwersten zu meisternden Gerät geschossen. Die Steinschlosspistole hat die trickreiche Eigenschaft, mit erheblicher Verzögerung zwischen Abzug und Schuss zu arbeiten. Also ist es um so schwerer, die Pistole lange genug ruhig zu halten, um das Ziel tatsächlich auch zu treffen. Geladen wird die Steinschlosspistole, indem erst das Pulver in den Lauf gefüllt wird, dann die Kugel in einem eingeölten Papier eingewickelt in den Lauf gedrückt wird und anschließend das Zündkraut vor das kleine Zündloch an der Seite gestreut wird. Wenn jetzt der Abzug gedrückt wird, schlägt der Hand auf den Zündstein und erzeugt damit einen Funken, der das Zündkraut entzündet. Dieses entzündet dann das Schwarzpulver durch das kleine Loch und schickt so die Kugel auf ihren Weg zum Ziel.

 

Die zweite Kategorie Schwarzpulverpistolen ist die Perkussionspistole. Sie funktioniert fast wie die Steinschlosspistole, jedoch verzichtet man hier auf Zündkraut und Zündstein. Man benutzt hier ein Zündhütchen. Wer als Kind mal mit einem Zündhütchenrevolver geschossen hat, den man fast in jedem Kiosk oder Supermarkt kaufen konnte, kann es sich gut vorstellen. Der Hammer trifft auf das Zündhütchen und dieses entzündet dann hier das Schwarzpulver. Die Verzögerung zwischen Abzug und Schuss ist hier viel kleiner und man kann umso besser den Schuss ins Ziel bringen.

Die Spannung kurz vor dem Schuss. Jetzt ist höchste Konzentration gefragt.

Zuletzt durften Robin und Tobias dann noch mit dem Perkussionsrevolver schießen. Hier werden wie bei der Perkussionspistole gleich 5 Kugel geladen, und das Schwarzpulver wird auch hier mit einem Zündhütchen gezündet. Jedoch kann man dann gleich fünfmal hintereinander Schießen. Ein großer Spaß. 

 

Tobias Vaupel merkte zwischendurch mal an, dass es eine sehr große Herausforderung ist nach dem Schuss mit der alten Waffe, nicht sofort wie ein Pirat laut "Arrrrrrr" zu schreien und zu versuchen das fremde Schiff zu entern. Es war eine hypnotisierende Aufgabe. Langsames und konzentriertes vorbereiten. Jeder Handgriff musste sitzen. Dann aufstellen, doppelte Konzentration und dann der Schuss. Man hat nur den einen, nachzuladen dauert zwischen zwei und drei Minuten. Es ist eben nicht nur der Schuss. Viel Technik, viel lernen für den Umgang mit offenem Schwarzpulver, die richtige Reihenfolge einhalten, die viele Vorbereitung. Der Schuss selbst ist dabei das kleinste Problem.

 

Während der vier Stunden Schwarzpulverschießen lauschten die beiden Jungschützen aufmerksam den Worten Helmut Reiting's. Voller Begeisterung erzählte er von den Möglichkeiten, Herausforderungen, Trainingszeiten und Wettkämpfen, die das Schwarzpulverschießen so mit sich bringt. Er gab Tipps zum Ablauf und für die Vorbereitung. Man konnte gut heraushöhren, dass Helmut Reiting diese Disziplin über alles liebt. Es hat großen Spaß gemacht sich mal etwas Neuem zu widmen und wer weiß, vielleicht steigen die beiden demnächst in diese Disziplin ein.

 

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